Frans Haacken (1911-1979) war ein grafischer Grenzgänger. Er arbeitete für Ost wie West, für Kinderbücher und Hochliteratur, für Avantgarde und Reklame. Er schuf Plakate und Bücher für Bertolt Brecht, mit Prokofiews "Peter und der Wolf" eines der markantesten Bilderbücher Deutschlands und in mitten der Berlin-Blockade den bis dahin längsten deutschen Zeichenfilm - "Das Spatzenfest". Er prägte das Theaterplakat nach 1945, holte Werbefilmpreise in Cannes, entwarf Kirchenglas und machte deutschen Nonsens international bekannt, als seine "turnende Tante" den italienischen Humorpreis von Bordighera errang. Er blieb gerade deshalb der ewige Geheimtipp. Sein Aktionsradius war immens.

Till Schröder stellt seine mehrfach ausgezeichnete Werkmonographie über den ironischen Grenzgänger vor und erzählt von Haackens Wirken entlang der Brüche dreier Gesellschaftsepochen (Weimarer Republik, Naziherrschaft, Ost-West-Konflikt) und dreier Genres: Buch, Film und Grafik. 

Öffentlicher Vortrag und Buchpräsentation
am Mittwoch,
17. Oktober, um 19 Uhr
im Literaturhaus Magdeburg

Till Schröder: 
Frans Haacken. Zeichner zwischen 3 Welten. Eine bibliographische Expedition in Buch, Film und Grafik des Künstlers Frans Haacken.

Berlin: Gretanton 2012. 232 Seiten mit 390 meist farbigen Abbildungen. 30,5 x 21,5 cm.
ISBN 978-3-00-040470-2

Ausgezeichnet mit dem German Design Award 2015, dem Joseph Binder Award 2014 und dem European Design Award 2013.

Blick in das Buch