Dr. Ute Willer stellte den Künstler Michael Mathias Prechtl vor.

Mit Michael Mathias Prechtl (1926 bis 2003) wurde den Magdeburger Bibliophilen in dem Vortrag im Literaturhaus ein Nürnberger Künstler vorgestellt, der nach seinem Tod ein umfangreiches illustratorisches Werk, zahlreiche Plakate und andere künstlerische Arbeiten hinterlassen hat. Obgleich er durch seine gestalteten Titelseiten für Zeitschriften wie der »Spiegel« oder die »New York Times« in den USA einem Riesenpublikum bekannt wurde, wusste man, vor allem im Osten Deutschlands, nur wenig über ihn.

Dr. Ute Willer vor einem Foto Prechtls. | © R. Wege

Erst eine umfangreiche und viel besuchte Ausstellung anlässlich seines 75. Geburtstages im Historischen Museum in Berlin zeigte 2001 den enormen Reichtum seiner vielschichtigen Bilder und weckte das Interesse an seinem Leben und Werk.

Der Vortrag umriss die Lebensstationen des gebürtigen Ambergers, seinen Kriegseinsatz mit 17 Jahren, die schwere Zeit in sowjetischer Kriegsgefangenschaft und sein Kunststudium in den frühen fünfziger Jahren in Nürnberg. Er zeigte die Auseinandersetzung Prechtls mit seinen Künstlerkollegen in der Nachkriegszeit, weil er sich den modernen und abstrakten Stilrichtungen verweigert hat und konsequent und traditionsbewusst an seiner akribisch-realistischen Malweise festhielt. Doch dieser Realismus brachte Werke hervor, die in ihrer Vielschichtigkeit und Intelligenz, vor allem aber in ihrem kritischen Humor, beweisen, wozu seine Art der Wirklichkeitserfassung fähig ist.

Seine Plakate, Buchillustrationen und Titelgestaltungen für die Medien, seine Bilder und Zeichnungen zur Geschichte, Kultur und Literatur haben ihm einen Platz in der ersten Reihe der deutschen Grafiker und Illustratoren des 20. Jahrhunderts zugewiesen.

Dr. Ute Willer

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