Die nächste Veranstaltung

125 Jahre Künstlerkolonie Ahrenshoop

Paul Müller-Kaempff: Weiter Blick über das Dorf Ahrenshoop mit Ziegenhirten und Fischern, 1890 | © Kunstmuseum Ahrenshoop

Öffentlicher Vortrag von
Dr. Konrad Mahlfeld
am Mittwoch, 20. September 2017,
um 19 Uhr,
im Literaturhaus Magdeburg

Dr. Konrad Mahlfeld ist Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Magdeburger St. Marienstift. Doch das ist nicht die Motivation für die Magdeburger Bibliophilen und Graphikfreunde, ihn am 20. September um 19 Uhr als Gast zur nächsten Veranstaltung des Vereins zu begrüßen. Dr. Konrad Mahlfeld beschäftigt sich in seiner Freizeit seit vielen Jahren mit dem Werk und der Biografie des Künstlerpaares Müller-Kaempff. Paul Müller-Kaempf (1861-1941) wiederum war zusammen mit Anna Gerresheim der erste Künstler, der sich 1892 in Ahrenshoop ansiedelte. Ihnen sollten weitere folgen. So entstand nach und nach die Künstlerkolonie Ahrenshoop, die in diesem Jahr auf 125 Jahre zurückblickt. Das ist er Themenkreis, mit dem Dr. Konrad Mahlfeld im Literaturhaus die Magdeburger die Pirckheimer und ihre Gäste vertraut machen will. Los geht es um 19 Uhr. Paul Müller-Kaempf hat noch eine weitere Verbindung zu Magdeburg: 1888 präsentiert er erstmals seine Ölbilder in einer Ausstellung und zwar in der Frühjahrsausstellung des Magdeburger Kunstvereins im Magdeburger Dom.

Im Jahr 2005 gründete sich der Verein der Freunde und Förderer des Kunstmuseum Ahrenshoop e.V., der seit 2014 "Kunstmuseum Ahrenshoop e.V." heißt. Die Umbenennung erfolgte rund vier Monate nach der Eröffnung des Kunstmuseums. Seit dem 25. März 2017 ist dort die Ausstellung „Licht, Luft, Freiheit - 125 Jahre Künstlerkolonie Ahrenshoop" zu sehen, noch bis zum 8. Oktober.

Das Kunstmuseum schreibt dazu: „Vor 125 Jahren bauten die ersten Künstler ihre Sommerhäuser in Ahrenshoop. Dem vorausgegangen war die durch Paul Müller-Kaempffs publizierte Erinnerungen der 1920er Jahre legendär gewordene Wanderung über das Fischland, die er mit seinem Malerfreund Oskar Frenzel 1889 unternahm und die den beiden überraschten Künstlern vom Hohen Ufer aus ihren Sehnsuchtsort in verklärtem Licht vor das erwartungsvolle Auge brachte. Von 1892 bis 1897 gab es eine Ansiedlungswelle von Künstlern in Ahrenshoop. Nach Anna Gerresheim und Paul Müller-Kaempff, die die ersten waren, bauten Friedrich Wachenhusen, Friedrich Grebe, Elisabeth von Eicken, Hugo Richter-Lefensdorf und Martin Körte ihre Häuser in dem Dorf und machten Ahrenshoop zu ihrem Schaffensmittelpunkt. Weitere Maler wie Heinrich Schlotermann, später auch Theobald Schorn und Franz Triebsch kamen hinzu. Die Künstler veränderten den Ort und legten durch ihr Wirken die Grundlagen für das hohe touristische Interesse, das Ahrenshoop seitdem genießt.
Die Künstlerkolonie Ahrenshoop war keine eingeschworene Gemeinschaft. Trotzdem gab es Freundschaften zwischen den Malern, die auf Kontakte außerhalb von Ahrenshoop zurückgehen – zumeist in Berlin, aber auch in Weimar, München, Karlsruhe und nicht zuletzt in Schwerin. Von dort aus kam der erste Künstler, der nachweislich in Ahrenshoop gemalt hat auf das Fischland: Carl Malchin. Er war nicht der einzige, der lange vor der Gründung der Künstlerkolonie am Ort gewesen ist.


Die Jubiläumsausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop zeigt die Künstlerkolonie als ein offenes, bewegliches Phänomen: mit einigen ihrer wichtigsten Vorläufer und Gäste und natürlich mit den Hauptakteuren vor Ort. Das künstlerische Erbe der Kolonie besteht in Werken der Landschaftsmalerei, doch ein paar Porträts und Darstellungen von Innenräumen in den Ahrenshooper Häusern gehören ebenfalls dazu. Kunsthistorisch stehen die Werke in der Nachfolge der Freilichtmaler von Barbizon und der Weimarer Malerschule, deren Beispiel im späteren 19. Jahrhundert auch die großen Kunstakademien erreichte. Der scheinbar unberührte Landschaftsraum an der Ostsee war schon damals, was er heute noch ist: ein Sehnsuchtsziel für Menschen, die den Folgen der Naturzerstörung zu entfliehen und der Herrschaftsphantasie des Menschen über die Natur ein Ideal des Einklangs mit ihr entgegenzusetzen versuchten.
Die ca. 90 Werke, die gezeigt werden, kommen aus den Sammlungen des Kunstmuseums, der Gemeinde und des Förderkreises Ahrenshoop, zu einem großen Teil aber auch aus anderen Museumssammlungen in Oldenburg, Schwerin und Rostock sowie aus privatem Besitz. Es erscheint ein Katalog mit 88 Seiten Umfang und vielen Abbildungen."

Öl auf Leinwand