Presseinformationen

Die Geschichte der Kunstakademie Königsberg und der Künstlerkolonie Nidden ist das Thema der nächsten Veranstaltung der Magdeburger Bibliophilen und Grafikfreunde.

Diese findet am Mittwoch, 21. Januar, um 19 Uhr im Magdeburger Literaturhaus statt.

Vertreter der Medien sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen.

 


 

Zum Thema des Vortrages von Dr. Eberhard Schwenke aus Magdeburg:

Die 1845 insbesondere auf Betreiben des Kunstgeschichteprofessors der Albertina Ernst August Hagen und des Oberpräsidenten Theodor von Schön unter Mitwirkung von König Friedrich Wilhelm IV. gegründete und 1945 durch den zweiten Weltkrieg geendete Kunstakademie Königsberg soll keinem Vergleich mit heute bekannteren Kunstakademien unterzogen werden. Ihre Bedeutung für Deutschland und darüber hinaus ist unbestritten.

Die  von Direktoren wie Ludwig Rosenfelder, Carl Steffeck und  Ludwig Dettmann – alle drei mit Bezug zur Berliner Kunstakademie – geleitete Einrichtung hat zahlreiche bedeutende Künstler als Schüler hervorgebracht, von denen Lovis Corinth und Käthe Kollwitz später weltbekannt wurden.

Romantik, Naturalismus und Impressionismus waren die Hauptstilrichtungen, die sich besonders in Landschafts-, Genre- und Portraitmalerei ausdrückten. Daneben haben die Bildhauerklassen mit Namen wie Friedrich Reusch und Stanislaus Cauer überregionale Bedeutung erlangt. Der Impressionismus wurde teilweise vom Expressionismus abgelöst, deren Hauptvertreter Arthur Degner als Lehrer, sowie Ernst Mollenhauer und Karl Eulenstein als Schüler der Kunstakademie bekannt wurden.

In der NS-Zeit wurde der Akademiebetrieb im Rahmen der preußischen Notverordnungen auf „Sparflamme“ mit sechs Meisterateliers unter der Leitung des Architekten Kurt Frick weitergeführt.

Der Maler Ernst Mollenhauer, heute mit Carl Eulenstein als Spätexpressionist eingestuft,  zählte zu den Mitbegründern der Künstlerkolonie Nidden auf der Kurischen Nehrung, die untrennbar mit der Königsberger Kunstakademie verbunden ist. Ihr Domizil und Zentrum hat sich schon 1867 herausgebildet. Der bekannte „Brücke“-Maler Max Pechstein gehörte zu ihren häufigen Besuchern. Viele Künstler der Akademie und Niddener Künstlerkolonie haben nach 1945 in ganz Deutschland die Refugien der Kurischen Nehrung und des Memellandes zum Inhalt ihrer Bildwerke gemacht. Eine Auswahl von Werken der bekanntesten Künstler wird vorgestellt.

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