Viele Erinnerungen wurden bei den Magdeburger Pirckheimern wach, als Elke Lang am 15. Februar im Literaturhaus das Buch Lothar Lang: „Begegnung und Reflexion. Kunstkritik in der Weltbühne“, vorstellte.  Von den anwesenden Gästen konnte sich so mancher an den Besuch des in der DDR wohl bekanntesten und vielleicht einflussreichsten Kunstkritikers in Magdeburg erinnern. Historische Fotos von diesem  Jahrestreffen der Pirckheimer-Gesellschaft in Magdeburg im November 1973, hatte Elke Lang mitgebracht. Sie ist die Witwe des 2013 verstorbenen Pirckheimers, Kritikers, Wissenchaftlers und Publizisten Lothar Lang. Er war von von 1956 bis 1981 Vorsitzender der Pirckheimer-Gesellschaft, aus der nach der Wende der Verein der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. „Willibald Pirckheimer“ (kurz Magdeburger Pirckheimer) hervorgegangen war.

Diese angenehme Randerscheinung der Erinnerung an das Jahrestreffen 1973 sorgte für viel Diskussionsstoff und für angenehme Rückblicke. Im Mittelpunkt des Abend standen jedoch die Kunstkritiken, die Lothar Lang in der traditionsreichen „Weltbühne“ veröffentlicht hatte. Lang debütierte 1957 in der „Weltbühne“ mit einem Aufsatz über den bedeutenden Kupferstecher Johannes Wüsten. Zum Bruch mit der Weltbühne kam es 1993, als er geforderte Änderungen seiner kritischen Betrachtung einer Ausstellung von 27 Selbstporträts des Malers Max Beckmann in der Hamburger Kunsthalle ablehnte.

Der Schriftsteller Till Sailer liest aus

Mit Elke Lang war der Schriftsteller Till Sailer nach Magdeburg gekommen. Er las Passagen aus dem Buch, während Ellke Lang mehr aus dem persönlichen Umfeld ihres Mannes plauderte und so einen kleinen aber höchst interessanten Einblick in das Kunst-und damit auch Alltagsleben von Lothar Lang ermöglichte.

Elke Lang hatte auch einen Brief des Küstlers Joachim John zu Lothar Lang mitgebracht.

Wer erst kurz vor der Eröffnung der Ausstellung „Klang der Sphären“ kam oder kommen konnte, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Alle Stühle waren bereits besetzt. Rund 60 Kunst- und Kulturfreunde waren am 16. November ins Magdeburger Literaturhaus gekommen, um die Werke der beiden Künstler Viktoria Veil und Alexander Suslow zu sehen. Unter den Gästen waren nicht nur Mitglieder der Magdeburger Pirckheimer, die die Ausstellung organisiert haben, sondern auch viele Freunde und Kollegen der Künstler. Vereinsvorsitzende Sigrid Wege begrüßte insbesondere Ralph-Jürgen Reipsch vom Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg, das in der oberen Etage die Ausstellung mit Musikliteratur von Georg Philipp Telemann bereichert. Das aus gutem Grund. Denn Reformation und Georg Philipp Telemann bildeten die thematische Klammer für diese Ausstellung.

Die Künstler Viktoria Veil und Alexander Suslow. © Ralf Wege 

Musik gab es auch zur Ausstellungseröffnung. Es spielte Micha Homann vom Konservatorium Georg Philipp Telemann Magdeburg. Die Laudatio hielt der Althistoriker Holger Schmidt, der die Austellung insbesondere aus einem philosophischen Blickwinkel betrachtete und so den Gästen einen Zugang für die Betrachtung des Himmlischen und des Irdischen, von Klang und Mißklang, Chthonischem und Himmlischem, von Dionysischem und Apollinischem, von Instinkt und Verstand, Natur und Kultur eröffnete … und, wie Viktoria Veil und Alexander Suslow diese Klänge in Malerei, Grafik, Fotografie und einer genreübergreifende Synthese aus klassischer  Fotografie und spontaner Malerei gefasst haben.