Christoph Roth mit einem "Beitrag zur Kirchenmusik ..." von 1785

Zu Fragen und Entwicklungen der Buch- und Papierrestaurierung

Wussten Sie, dass Silberfischchen Papier lieben, dafür aber Druckerschwärze nicht mögen? Der Mehrzahl der Gäste des gemeinsamen Vortragsabends des Telemann-Arbeitskreises Magdeburg und der Magdeburger Pirckheimer war dieser Umstand neu. Dass sie diese Wissenslücke geschlossen haben, dafür hat Christoph Roth gesorgt. Er war am 10. November aus Leipzig nach Magdeburg gekommen und machte die Gäste im Gesellschaftshaus mit Grundzügen der Papier- und Buchrestaurierung vertraut.

Kunsthistoriker Andreas Hornemann neben einer Tuschezeichung von Franz Johannknecht.

Franz Johannknecht, Maler, Grafiker und Bildhauer, war am 14. Oktober 2015 Vortragsthema des Magdeburger Kunsthistorikers Andreas Hornemann im Literaturhaus. Reich bebildert schilderte er Leben und Werk des bis heute weitgehend unbekannt gebliebenen Künstlers, der 1903 in Düsseldorf geboren, von 1938 bis zu seinem Tod 1974 in Dessau gelebt hat.

Nach einer Lehre als Technischer Zeichner studiert Franz Johannknecht ab 1928 an der Düsseldorfer Kunstakademie vorrangig Bildhauerei, fällt aber wie seine Lehrer, darunter Ewald Mataré, 1933 unter das Verdikt der "Entartung" und wird mit Berufsverbot belegt.  Als Technischer Zeichner wird er 1938 nach Dessau zur BAMAG dienstverpflichtet. 1944 in den Volkssturm einberufen, gerät er in Belgien in Kriegsgefangenschaft. Zurück in Dessau steht er 1946 künstlerisch vor dem Nichts, da sein bisheriges Werk Opfer der Bomben geworden war. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Wilma, die als Fürsorgerin arbeitet, bleibt er in Dessau, wo er zunächst vor allem Landschaften in Aquarell und Tusche in stilistischer Nachfolge des rheinischen Expressionismus zu Papier bringt; doch auch einige darüber hinausgehende schwungvolle Pinselzeichnungen entstehen. 1951 wird er in den Verband Bildender Künstler aufgenommen. Seine Kunst wird in Dessau und Halle ausgestellt und er ist anerkannt. Allerdings scheint er angeeckt zu sein, wird er doch bereits wenige Jahre später, mutmaßlich 1956 oder 1957, aus dem VBK wieder ausgeschlossen.