Im Rückblick

Vernissage mit mehr als 50 Gästen

"Mit leichtem Gepäck" - Vernissage im Literaturhaus Magdeburg

Grafische Arbeiten, Druckstöcke und Handpressendrucke von Martha Irene Leps

Nicht viele Menschen sind begeistert, wenn sie zusätzlich Arbeit haben. Nicht so bei den Magdeburger Pirckheimern. Sie freuten sich am Mittwochabend, als sie noch zusätzlich Stühle organisieren mussten, damit alle Gäste der Vernissage einen Sitzplatz fanden. Etwas mehr als 50 Kunstinteresierte waren am 20. April nach Magdeburg in das Literaturhaus gekommen, um die Eröffnung der Ausstellung mit Werken der Zerbster Künstlerin Martha Irene Leps mitzuerleben. Ausgestellt sind grafische Arbeiten, Druckstöcke und Handpressendrucke. Der Titel der Ausstellung: „Mit leichtem Gepäck“.

 

Vereinsvorsitzende Sigrid Wege (l.) begrüßt Martha Irene Leps und Anette Groschopp (r.). Martha Irene Leps (r.) und Anette Groschopp Gäste blättern durch die Handpressendrucke.

Vereinsvorsitzende Sigrid Wege begrüßte die Gäste, insbesondere die anwesende Künstlerin sowie Anette Groschopp, langjährige Freundin und Geschäftspartnerin von Martha Irene Leps. Sie stellte die Künstlerin dem Publikum vor. Entgegen der Ankündigung entschied sich Anette Groschopp nicht für eine Laudatio, sondern wählte das Gespräch. Also wurde abwechslungsreich geplaudert, wobei das Publikum - wenn auch nur zaghaft - die Gelegenheit nutzte und sich mit eigenen Fragen beteiligte. 

Der Gesprächsbogen wurde weit gespannt. Von den verschiedenen Arbeitstechniken wie Holz- und Linolschnitt, über die Lyrik als die vielleicht wichtigste Inspirationsquelle für Martha Irene Leps bis hin zu ihren Illustrationen von Büchern.

Die Künstlerin sigmiert ein Kinderbuch Die Gäste in angeregtem Gespräch

Dass die Arbeiten von Martha Irene Leps auch einen aktuellen Bezug haben, selbst wenn die ursprüngliche Inspiration in Lyrik liegt, die vor mehr als einem halben Jahrhundert entstanden ist, zeigt der Titel der Ausstellung „Mit leichtem Gepäck“. Dabei handelt es sich um ein gleichnamiges Gedicht von Hilde Domin (1909 bis 2006), eine die Lieblingsdichterinnen der Zerbsterin. Gedruckt wurde das Gedicht 1962. Es reflektiert das Exil-Dasein von Hilde Domin, die als Jüdin for dem Hitlerfaschismus aus ihrer Heimat Deutschland fliehen musste. Flucht ist ein Thema, dass heute wieder die Gesellschaft beschäftigt. So war es für Martha Irene Leps offensichtlich ein Bedürfnis, mit ihren für die Ausstellung geschaffenen Werken „Mit leichtem Gepäck I bis IV“ die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Bei Flucht reduziere sich das Wichtige auf Weniges, so Leps. 

Nach dem informativen wie unterhaltsamen Gespräch, dass von der Saxophonistin Maria Ackermann musikalisch umrahmt wurde, ließen die Gäste die Ausstellung auf sich wirken und suchten das Gespräch mit der Künstlerin.

Die Ausstellung „Mit leichtem Gepäck“ ist noch bis zum 10. Juni 2016 im Magdeburger Literaturhaus von Montag bis Freitag 10 bis 12.00 Uhr und von 14. bis 16 Uhr zu sehen. Gefördert und unterstützt wird die Ausstellung durch das Land Sachsen-Anhalt und das Kulturbüro des Landeshauptstadt Magdeburg, durch den Verein Literaturhaus Magdeburg e.V. und die druckwerkstatth, wofür die Magdeburger Pirckheimer danken.