Im Rückblick

Der Soldat Werner Klemke als Lebensretter

Der Pirckheimer und Klemke-Sammler Matthias Haberzettl hielt im Literaturhaus den Einführungsvortrag zum Erasmus-Film.

Knapp 30 Gäste waren am 20. Januar ins Magdeburger Literaturhaus gekommen, um den Dokumentarfilm "Treffpunkt Erasmus - Die Kriegsjahre von Werner Klemke" zu sehen. Darin erzählt die niederländische Regisseurin Annet  Betsalel, wie der bekannte Grafiker und Buchkünstlers Werner Klemke während des Zweiten Weltkrieges als Wehrmachtssoldat in den Niederlanden jüdische Familien rettete, indem er Dokumente für sie fälschte. Eine Vergangenheit, über die Klemke öffentlich nie gesprochen hat und die auch in der DDR nahezu unbekannt war.

Werner Klemke war 1956 nicht nur Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft. Er hat auch das Signet geschaffen, dass jede Ausgabe der „Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie“ ziert.

Daher ist es selbstverständlich, dass die Pirckheimer das Erasmus-Filmprojekt unterstützen. Vor allem der Pirckheimer Matthias Haberzettl hat sich dafür engagiert. Als Kenner und Sammler von Klemke stand er dem Filmteam um Regisseurin Annet Betseal als Berater zur Seite.

Matthias Haberzettl war zur Filmvorführung aus Augsburg nach Magdeburg gekommen, um die Gästen mit der Entstehung des Films vertraut zu machen. Seine persönlichen Eindrücke sorgten für die richtige Einstimmung auf die Vorführung. Es waren gerade die kleinen persönlichen Episoden, die den Vortrag so interessant machten.

Als kleine Erinnerung überreichte Vereinsvorsitzende Sigrid Wege an Matthias Haberzettl  die Vereinspublikation "Magdeburger Mappen. Graphikeditionen 1965-1983".
Im Anschluss an die Vorführung nutzten noch eine Besucher die Gelegenheit, direkt mit Matthias Haberzettl zu sprechen, der gerne Auskunft gab. Haberzettl versprach, mal wieder zu einem Vortrag nach Magdeburg zu kommen. Er könne sich gut vorstellen, dann den Graphiker und Buchillustrator Eduard Prüssen näher vorzustellen.