Eröffnung der Ausstellung

Über ein volles Haus konnten sich die Organisatoren der Ausstellung »Die Kugel« und des Neujahrsempfanges der Magdeburger Bibliophilen freuen. Beide Vereine, das Literaturhaus Magdeburg und der Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. »Willibald Pirckheimer« hatten am 17. Januar 2018 zu dieser gemeinsamen Veranstaltung in das Literaturhaus eingeladen.

Gäste des Neujahrsempfangs und der Ausstellungseröffnung.

Literaturhaus-Chefin Ute Berger begrüßte die Gäste und insbesondere Dr. Gerd Gruber und Jörg-Heiko Bruns. Dr. Gruber ist nicht nur ein ausgewiesener Kenner der Künstlervereinigung »Die Kugel«, er hat aus seiner Sammlung auch fast alle Exponate zur verfügung gestellt, die in der Ausstellung im Literaturhaus zu sehen sind. der Kulturwissenschaftler Jörg-Heiko Bruns führte mit seinem Vortrag » »Im Glauben an die Zukunft. Die Magdeburger Künstlervereinigung ,Die Kugel` und ihre Protagonisten« die Besucher in die Ausstellung ein.

Die expressionistische Atmosphäre, die in Kunst und Kultur der Zeit der »Kugel« in Deutschland herrschte, ließen Herbert Beesten, Franka Schumacher und Enrica Wördehoff mit ihrer Lesung expressionistischer Texte lebendig werden. genauso wie lesen Lisa Holzapfel am Klavier.

Die Ausstellung wurde wenige Wochen zuvor in der Cranach-Stiftung Wittenberg gezeigt und ist jetzt im Magdeburger Literaturhaus zu sehen. Für beide Ausstellungsorte ist ein gemeinsamer Katalog erschienen. Diesen stellt Jörg-Heiko Bruns im Heft 227 der »Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie« ausführlich vor.

 Jörg-Heiko Bruns hielt den Einführungsvortrag.

herbert Beesten und Franka Schumacher rezitieren expressionistische Texte.

Dr. Gerd Gruber führte persönlich durch die Ausstellung.

Besucher der Ausstellung.

In der Ausstellung.

 

Musik und Bücher - das sind zwei Leidenschaften von Ralf Friel. Diese lernten die Besucher des Pirckheimer-Abends im Oktober im Literaturhaus Magdeburg kennen, der unter dem Motto »Aus eigenen Sachen« stand. Das Motto steht für einmal jährlich stattfindende Abende, an denen ein Mitglied des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde in engerem Kreis seine Sammelleidenschaft vorstellt.

Ralf Friel als Vorleser.

Moloko+

Bei Ralf Friel sind das Musik und Bücher - sowohl einzeln als auch kombiniert. 1996 hat Ralf Friel das Label Moloko+ gegründet. Die erste Veröffentlichung war ein Seitenprojekt der Ostberliner Band Herbst in Peking: Badphish, »The Making of Rakija«. Inzwischen ist er bei Veröffentlichung Nummer 98 angekommen: Herbst in Peking: Maritime Noir. Und wenn man Ralf Friel erlebt kann man sich sicher sein, es ist kein Ende in Sicht.

Im Stil der amerikanischen Beat-Generation

Das trifft auch auf seine Printprodukte zu. Sie bewegen sich abseits des beliebigen Mainstreams. Buch 01 ist Jörg Fausers "Tophane", erschienen 2011. Im Ankündigungstext heißt es: "Grelle Cut-up-Experimente im Stil der amerikanischen Beat-Generation dokumentieren Fausers Junkie-Erlebnisse in den Slums von Istanbul" - wieder ein Zeichen, dass die Verbindung von Musik und Text fundamental ist. Davon konnten sich die Gäste des Abends nicht nur optisch sondern auch anhand der eingespielten Musiktitel akustisch überzeugen. Ein Feld, das für so manchen Bibliophilen ein unbekanntes aber deswegen bei weitem kein uninteressantes war.

Novellen von Gottfried Benn

Am oberen Bildrand zu sehen einige Ausgaben der Edition Chapeau

Eine besondere Stellung nimmt die Edition Chapeau von Ralf Friel ein, in der beispielsweise Texte von Ernst Weiss, Gustave Flaubert oder Anatole France veröffentlicht sind. Schon die Gestaltung bereitete den Anwesenden ein besonderes Vergnügen, insbesondere, als sie die Bücher am Ende des Vortrages durchblättern konnten.

Zu den Favoriten bei den Gästen zählte sichtbar auch das Buch "Gehirne" - Novellen von Gottfried Benn. Illustriert wurde es von Harald Häuser, gestaltet von Robert Schalinski. Dazu erschien eine großformatige Vorzugsausgabe mit den Illustrationen - gern in die Hand genommen und lange geblättert.

Es gab viel zu entdecken an diesem Abend und so manch Pirckheimer dürfte neugierig geworden sein, welche Überraschungen Ralf Friel in seinen Editionen noch versteckt hat. Ein Abend, der den Blick erfreulich weit über den klassischen bibliophilen Tellerrand hinaus gelenkt hat!

Gern nutzten die Gäste die Gelegenheit, in den Büchern zu blättern. | © R. Wege